Von der Routine zum Mord - Die Anatomie im Nationalsozialismus und ihre Relevanz heute

Fachpublikum Klinikumsmitarbeiter Patienten
06.10.2026
18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Öffentlicher Vortrag mit Podiumsgespräch
Zur Anmeldung
Beschreibung

Sabine Hildebrandt zeichnet die Entwicklung der Anatomie im Nationalsozialismus nach: die Verfolgung jüdischer Anatomen, die Anpassung des Fachs an das Regime sowie die Forschung an den Leichnamen von NS-Opfern. Am Beispiel der Anatomie zeigt sie, wie die Wissenschaft und Medizin innewohnenden destruktiven Potenziale in einem totalitären Regime wirksam werden können – und welche Konsequenzen sich daraus für die medizinische Ausbildung heute ergeben.

Im anschließenden Podiumsgespräch diskutieren Experten aus Medizin, Geschichte und Ethik, welche Rolle die Auseinandersetzung mit der NS-Medizin für die ärztliche Identitätsbildung spielt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie historische Reflexion dazu beitragen kann, Verantwortung, ethisches Urteilsvermögen und Professionalität im Medizinstudium zu fördern.

Sabine Hildebrandt lehrt Anatomie und Geschichte der Anatomie an der Harvard Medical School und am Harvard College. Ihre Forschungsinteressen sind Geschichte und Ethik der Anatomie und ihr pädagogischer Ansatz integriert Anatomie, Medizingeschichte und Medizinethik. Neben anderen Veröffentlichungen über Medizin, Nazideutschland und den Holocaust ist ihr 2016 erschienenes Buch The Anatomy of Murder: Ethical Transgressions and Anatomical Science during the Third Reich die erste systematische Untersuchung der Anatomie in Nazideutschland.

Podiumsgespräch mit 

  • Prof. Dr. Alena Buyx, TUM Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
  • Prof. Dr. med. Jens Waschke, Anatomische Anstalt der LMU
  • Dr. Philipp Rauh, TUM Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
  • Prof. Dr. med. Pascal O. Berberat (Moderation), TUM Medical Education Center
Veranstaltungsort
Nehmen Sie vor Ort teil:
Hörsaal A (Zugang über Einsteinstraße) TUM Klinikum Rechts der Isar
Ismaninger Straße 22
81675 München

Veranstalter: TUM Medical Education Center und TUM Institut für Ethik und Geschichte der Medizin