Prostatakrebs: BZKF fördert PRIME-Studie mit 2,2 Millionen Euro
Bei der Scheckübergabe in Erlangen betonte Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume: „Aus wissenschaftlicher Exzellenz wird konkrete Hoffnung: Erstmals bringt das BZKF eigene klinische Studien auf den Weg – und schlägt damit die Brücke von der Forschung zur konkreten Anwendung. Im Mittelpunkt stehen Leukämie und Prostatakrebs – zwei Bereiche, in denen medizinischer Fortschritt dringend gebraucht wird. Was heute hier beginnt, ist das sichtbare Ergebnis eines starken Netzwerks. Seit sechs Jahren kämpfen unsere sechs bayerischen Uniklinika im BZKF gemeinsam gegen die große Geißel der Menschheit. Nach dem Motto ‚Wissen teilen, Menschen heilen‘ bringt jedes Klinikum seine Stärken ein – von KI bis Immuntherapie. Der Freistaat hat das Zentrum seit seiner Gründung mit über 72 Millionen Euro unterstützt. Mit dieser leistungsfähigen und vernetzten Infrastruktur sorgen wir für onkologische Spitzenmedizin in allen Regionen Bayerns. Das BZKF ist gelebte Verantwortung und ein großes Versprechen: Wir wollen den Krebs besiegen. Herzlichen Dank an alle, die jeden Tag daran mitarbeiten.“
Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Männern. Bislang folgt bei einem erhöhten PSA-Wert im Blut und einer auffälligen Kernspintomographie meist eine Gewebeentnahme (Biopsie). Für viele Betroffene ist diese Untersuchung eine große körperliche und psychische Belastung – unangenehm, schmerzhaft und mit möglichen Infektionen verbunden. Nicht selten werden dabei zudem harmlose Befunde erhoben, die keiner Behandlung bedürfen.
In der PRIME Studie soll geprüft werden, ob eine zusätzliche moderne Bildgebung (Positronen-Emissions-Tomographie (PET) / Computertomographie (CT)) die Diagnose weiter verbessern kann. Mit dem PSMA-PET/CT kann man Prostatakrebszellen durch eine sehr geringe Menge eines radioaktiven Medikaments noch genauer sichtbar machen. In der Studie erhalten 150 Männer mit auffälliger Kernspintomographie zusätzlich diese Untersuchung. Je nach Ergebnis sollen dann weniger oder gezieltere Biopsien für die sichere Diagnose eines behandlungsbedürftigen Prostatakrebs nötig sein. Ziel ist es, aggressive Tumoren früh und zuverlässig zu erkennen, gleichzeitig aber unnötige Eingriffe zu vermeiden.