Richtfest für das Zentrum für Digitale Medizin und Gesundheit
Das ZDMG entsteht als zweiter Bauabschnitt und direkter Anbau an das Zentrum für Multiple Sklerose und Neurowissenschaften. Künftig sollen hier digitale Lösungen für Medizin und Gesundheit entwickelt und in die klinische Anwendung über-führt werden. Dabei steht die Verbindung von KI-Grundlagenforschung mit konkreten medizinischen Anwendungen im Mittelpunkt – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten.
Die Festrede hielt Christian Bernreiter, MdL, Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr. Weitere Grußworte sprachen Markus Blume, MdL, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Thomas F. Hofmann, Präsident der Technischen Universität München, sowie Prof. Dr. Daniel Rückert, Direktor des Zentrums für Digitale Medizin und Gesundheit. Dr. Silke Launert, MdB, Staatssekretärin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, musste ihr Teilnahme leider kurzfristig absagen. Die Begrüßung erfolgte durch Thomas Jenkel, Amtsleiter des Staatlichen Bauamts München 2. Im Anschluss an den Richtspruch wurde gemeinsam mit den am Bau Beteiligten der traditionelle Richtschmaus auf der Baustelle gefeiert.
Christian Bernreiter, MdL, Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr:
„Hier am Klinikum Rechts der Isar entsteht ein Hightech-Gebäude für Hightech-Forschung. Mit dem Zentrum für Digitale Medizin und Gesundheit soll eine inter-disziplinäre Forschungsplattform geschaffen werden, die Medizin, Informatik und KI verbindet. Der Bund fördert diesen Bau und fordert damit eine schnelle Bauausführung. Wir bauen für 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein neues Gebäude, um beste Bedingungen für deren Arbeit zu schaffen. Es entsteht ein hochkomplexer Forschungsbau, der an die Infrastruktur der TUM angeschlossen und bereits Anfang 2028 in Betrieb gehen wird. Das ist Bauen in Rekordzeit. Diese herausfordernde Aufgabe belegt ein weiters Mal die Leistungsfähigkeit der Bauverwaltung.“
Dr. Silke Launert, MdB, Staatssekretärin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt:
Die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dr. Silke Launert, musste ihre Teilnahme leider kurzfristig absagen. Mit Blick auf die Bedeutung des neuen Forschungsgebäudes, das der Bund mit rund 22 Millionen Euro fördert, ließ sie ausrichten:
„Deutschland hat die Chance, sich in dem immens wichtigen Forschungsfeld „Medizin der Zukunft“ an der Weltspitze zu positionieren. Mit dem ZDMG entsteht an der TU München ein bundesweit herausragendes Zentrum, das disziplinübergreifend mit Digitalisierung und wirkungsvoller Datennutzung durch innovative Technologien aus der Data Science und der Künstlichen Intelligenz zwei der großen Herausforderungen begegnen wird: Der effektiven, effizienten und gerechten medizinischen Versorgung sowie der Prävention von Krankheiten. Das ZDMG wird als international sichtbarer Innovationsmotor Strahlkraft über seinen Standort hinaus entfalten und einen wichtigen Beitrag leisten.“
Markus Blume, MdL, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst:
„Die Medizin der Zukunft ist präziser, individueller und intelligenter. Mit dem Zentrum für Digitale Medizin und Gesundheit schaffen wir in München beste Voraussetzungen, um medizinische Spitzenforschung und Künstliche Intelligenz zusammenzubringen – mit einem klaren Ziel: aus Daten bessere Diagnosen und aus Forschung bessere Therapien für die Menschen zu machen. Präzision statt Einheitsmedizin – darauf kommt es künftig an. Mit dem ZDMG bringen wir die Medizin von morgen direkt ans Krankenbett.“
Prof. Dr. Thomas F. Hofmann, Präsident der Technischen Universität München:
"Das ZDMG steht beispielhaft für das Selbstverständnis der TUM: Wir verbinden exzellente Forschung, technologische Innovation und gesellschaftliche Verantwortung. Mit diesem Gebäude schaffen wir einen modernen Ort der Forschung, an dem durch noch engere Zusammenarbeit über Disziplingrenzen die menschliche Expertise in der Medizin durch datengetriebene Technologien und vertrauenswürdige künstliche Intelligenz erweitert wird, um Krankheiten besser zu verstehen, früher zu erkennen und individuell therapieren zu können.“
Prof. Dr. Daniel Rückert, Direktor des Zentrums für Digitale Medizin und Gesundheit:
„Mit dem Zentrum für Digitale Medizin und Gesundheit schaffen wir einen Ort, an dem Forschende aus Informatik, Mathematik und Medizin täglich Tür an Tür zusammenarbeiten. Diese enge interdisziplinäre Vernetzung von TUM und TUM Klinikum ist entscheidend, um Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz schneller in konkrete Verbesserungen für Patientinnen und Patienten zu übersetzen.“
Thomas Jenkel, Amtsleiter des Staatlichen Bauamts München 2:
„Für das Staatliche Bauamt München 2 ist dieses Bauvorhaben ein anspruchsvolles und zugleich zukunftsweisendes Projekt. Große und komplexe Bauprojekte wie dieses gelingen nur, wenn viele Beteiligte mit Engagement, Fachwissen und gegenseitigem Vertrauen zusammenarbeiten.“
Das Richtfest steht traditionell für den erreichten Baufortschritt und den Dank an die Bauleute. Auch beim ZDMG bildet der Rohbau einen sichtbaren Zwischen-schritt auf dem Weg zu einem Gebäude, das künftig Forschung, Lehre und medizinische Anwendung räumlich zusammenführt.
Der Dank gilt allen Beteiligten – den Handwerkerinnen und Handwerkern, den Planerinnen und Planern, den ausführenden Firmen sowie allen Partnern, die mit großem Engagement zum Gelingen dieses Projekts beitragen.
Der Neubau im Überblick
Mit dem Richtfest wird der Baufortschritt des ZDMG deutlich sichtbar. Nach der Baufeldfreimachung sowie den Arbeiten an Baugrube und Rohbau folgen in den kommenden Bauphasen unter anderem Fassade, Dach, Ausbau und die technische Gebäudeausrüstung. Die Fertigstellung ist bis Ende 2027 vorgesehen.
Das ZDMG wird als Maßnahme nach Artikel 91b des Grundgesetzes mit Fördermitteln des Bundes realisiert. Für das Vorhaben sind Gesamtkosten in Höhe von rund 54,9 Millionen Euro vorgesehen.
Mit einer Bruttogrundfläche von rund 5.300 Quadratmetern bietet der Neubau künftig Raum für Büroflächen, Computerlabore, Seminar- und Vortragsflächen sowie Besprechungsbereiche. Das Gebäude ist auf die Anforderungen moderner datengetriebener Forschung ausgerichtet und schafft Platz für rund 120 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Das Zentrum für Digitale Medizin und Gesundheit der Technischen Universität München ist als interdisziplinärer Forschungsstandort konzipiert. Ziel ist es, datengetriebene und KI-gestützte Methoden zu entwickeln, um Diagnostik, Therapie und Prävention von Krankheiten nachhaltig zu verbessern.
Die Forschung konzentriert sich insbesondere auf die klinischen Anwendungsfelder Herz-Kreislauf, Neurologie und Onkologie. Grundlage hierfür ist die Verarbeitung und Analyse großer, heterogener medizinischer Datensätze. Dazu zählen unter anderem Bilddaten aus moderner medizinischer Bildgebung, genetische und molekulare Daten, klinische Verlaufsdaten sowie weitere digitale Gesundheitsdaten.
Mithilfe von maschinellem Lernen sollen Muster, Zusammenhänge und neue Biomarker identifiziert werden, die künftig für Früherkennung, personalisierte Diagnostik und individualisierte Therapien nutzbar gemacht werden können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der sicheren, privatsphärenwahrenden und verantwortungsvollen Nutzung medizinischer Daten.
Data Observatory als Herzstück des Neubaus
Ein zentrales Element des Gebäudes ist das geplante Data Observatory, ein Visualisierungsstudio für Big Data in der Medizin. In einer immersiven und kollaborativen Umgebung sollen komplexe Datensätze, Analyseergebnisse und Modelle räumlich, grafisch und interaktiv erfahrbar gemacht werden.
Das Data Observatory dient sowohl der wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung als auch der Kommunikation von Forschungsergebnissen. Es macht digitale Forschung sichtbar und unterstützt den Austausch zwischen Medizin, Informatik, Datenwissenschaft und Künstlicher Intelligenz.
Mit dem ZDMG entsteht am TUM Klinikum Rechts der Isar ein Forschungsgebäude, das die digitale Medizin von morgen mitgestalten und die Verbindung von Spitzenforschung, klinischer Anwendung und technologischer Entwicklung weiter stärken soll.