„München impft“: Impfbus hält am 14. und 21. November in der Innenstadt
Beim ersten Impfservice in der Geschichte des Oktoberfests haben sich 937 Bürgerinnen und Bürger gegen Grippe und/oder COVID-19 impfen lassen. Jetzt kommt das Angebot in die Innenstadt: Am Samstag, 14. November, und am Samstag, 21. November, hält der Impfbus des Gesundheitsreferats der Landeshauptstadt München am LMU Klinikum Innenstadt (Nußbaumstraße 20, 80336 München). Jeweils von 10 bis 18 Uhr beraten und impfen dort Ärztinnen und Ärzte ohne Termin gegen Influenza, COVID-19 und RSV. Das Angebot ist Teil der Initiative „München impft“, in der sich das TUM Klinikum, das LMU Klinikum und das Gesundheitsreferat gemeinsam für eine bessere Impfaufklärung einsetzen.
„Mit dem Impfbus kommen wir dorthin, wo die Menschen ohnehin unterwegs sind“, sagt Beatrix Zurek, Gesundheitsreferentin der Landeshauptstadt München und Schirmherrin der Initiative. „Auf Basis einer persönlichen Impfberatung kann sich jedermann und jederfrau individuell entscheiden und anschließend auf Wunsch direkt vor Ort nach den Empfehlungen der STIKO impfen lassen.“
Für wen die Impfungen empfohlen sind
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfungen vor allem Menschen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf. Gegen Grippe gilt das ab 60 Jahren, gegen COVID-19 und RSV ab 75 Jahren. Wer eine chronische (schwere) Grunderkrankung hat – etwa des Herzens, der Lunge oder der Nieren, Diabetes oder ein geschwächtes Immunsystem –, sollte sich auch in jüngeren Jahren impfen lassen: Ab dem 6. Lebensmonat gegen Grippe und COVID-19 und ab dem 60. Lebensjahr gegen RSV. Das gilt ebenso für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen und für medizinisches Personal. Grippe-, RSV- und COVID-19-Impfung sind am selben Termin möglich. Mitzubringen sind nur die Krankenversichertenkarte und möglichst der Impfpass.
Schutz für Herz und Gefäße
Nicht jede Atemwegsinfektion ist eine harmlose Erkältung. Allein in der vergangenen Saison mussten laut Robert Koch-Institut rund 429.000 Menschen in Deutschland mit schweren Atemwegsinfektionen im Krankenhaus behandelt werden, etwa 22.700 von ihnen starben. In München nutzen trotzdem nur wenige den verfügbaren Schutz. In der Saison 2024/25 ließen sich hier 36 Prozent der Menschen ab 60 Jahren gegen Influenza impfen. Gegen COVID-19 waren es unter allen ab 18-Jährigen mit Vorerkrankungen nur 9 Prozent (Quelle: RKI, VacMap).
„Dabei gehören Impfungen zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen, die die Medizin kennt“, sagt Prof. Dr. Christoph D. Spinner, Leiter der Infektiologie am TUM Klinikum. „Sie senken das Risiko für schwere Verläufe, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle deutlich – gerade bei älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Das Infektionsrisiko einer symptomatischen Erkrankung wird etwa halbiert.“
Hinzu kommt ein Effekt, den viele nicht kennen: In den Tagen und Wochen nach einer Atemwegsinfektion steigt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich. Impfungen reduzieren diese Gefahr. „Für die Grippeimpfung ist das in randomisierten Studien bei Menschen mit Herzerkrankungen gezeigt worden, für COVID-19 und RSV weisen Beobachtungsstudien in dieselbe Richtung“, sagt Spinner. „Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die Impfung deshalb besonders wichtig.“
Die Impfstoffe sind gut untersucht und werden vom Paul-Ehrlich-Institut fortlaufend überwacht. Häufig schmerzt nach der Impfung für ein, zwei Tage der Arm, manche fühlen sich müde oder bekommen leichtes Fieber – eine normale Impfreaktion. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Der Impfschutz setzt kurz nach der Impfung ein und baut sich innerhalb von etwa ein bis zwei Wochen vollständig auf. Wer den Impfbus verpasst, kann sich in Haus- und Facharztpraxen impfen lassen, gegen Grippe und COVID-19 auch in vielen Apotheken.
„Den größten Einfluss auf die Impfentscheidung hat nach wie vor das persönliche Gespräch mit der Ärztin, dem Arzt oder in der Apotheke“, sagt Spinner. „Aber das Angebot muss auch möglichst leicht erreichbar sein. Genau dafür ist der Impfbus da.“
Befragung: Was Menschen zum Impfen bewegt – und was sie davon abhält
Ab sofort lädt „München impft“ zu einer anonymen Online-Befragung unter www.muenchen-impft.de ein. Teilnehmen können alle Erwachsenen. Die Befragung dauert rund zehn Minuten. Gefragt wird, wie gut sich die Menschen über Grippe, COVID-19 und RSV informiert fühlen, was ihre Impfentscheidung beeinflusst und welche Hürden – etwa fehlende Termine oder unpassende Sprechzeiten – sie vom Impfen abhalten.
„Wir wollen nicht nur herausfinden, was Menschen zur Teilnahme an Impfungen motiviert, sondern auch, warum sich andere gegen eine Impfung entscheiden. Nur so können wir künftige Initiativen optimieren und Informationen passgenau anbieten“, sagt Prof. Dr. Christian Schulz, stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II am LMU Klinikum. „Deshalb bitten wir möglichst viele Münchnerinnen und Münchner mitzumachen – ausdrücklich auch diejenigen, die einer Impfung skeptisch gegenüberstehen.“
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt
„München impft“ begleitet die gesamte Saison in drei Wellen: Auf den Auftakt zum Oktoberfest folgt jetzt die Impf-Aktionswoche, Anfang Januar eine dritte Welle vor dem erfahrungsgemäßen Höhepunkt der Saison der Atemwegserkrankungen. „Die Zahl der Atemwegsinfektionen steigt derzeit in München und bundesweit, auch bei COVID-19 und Influenza“, sagt Spinner. „Wer sich jetzt impfen lässt, ist geschützt, bevor die Welle ihren Höhepunkt erreicht.“
„Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Münchnerinnen und Münchner das Angebot nutzen – für sich selbst und für die Menschen, die ihnen nahestehen“, sagt Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek.
„München impft“ ist eine Initiative des Gesundheitsreferats der Landeshauptstadt München, des LMU Klinikums und des TUM Klinikums. Kooperationspartner sind der Bayerische Hausärztinnen- und Hausärzteverband, der Ärztliche Kreis- und Bezirksverband München (ÄKBV) und der Bayerische Apothekerverband (BAV); die wissenschaftliche Schirmherrschaft hat die Munich Medicine Alliance (M1) übernommen. Ziel ist, die Impfquoten gegen Influenza, COVID-19 und RSV entsprechend den Empfehlungen der STIKO zu erhöhen – insbesondere bei Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe.
Unterstützt wird die Initiative von etwa 30 Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft, darunter Oberbürgermeister Dominik Krause, die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach, LMU-Präsident Prof. Dr. Matthias Tschöp, TUM-Präsident Prof. Dr. Thomas F. Hofmann und Prof. Dr. Harald Lesch, Astrophysiker und TV-Moderator.
Arztpraxen und Apotheken können Plakate und Flyer kostenfrei unter www.muenchen-impft.de bestellen. Ob die Kampagne wirkt, untersuchen die Partner in der Begleitstudie PREVENT-M anhand anonymisierter Routinedaten der Krankenkassen; erste Ergebnisse werden Ende 2027 oder Anfang 2028 erwartet. Mehr dazu lesen Sie hier im Interview mit Prof. Christoph D. Spinner.
Transparenzhinweis: Die Kampagne wird von BioNTech, GSK, CSL Seqirus und Moderna finanziell unterstützt. Die pharmazeutischen Unternehmen haben keinen Einfluss auf die medizinischen Inhalte.